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100 Jahre Lufthansa – Dessau als Wiege der zivilen Luftfahrt geehrt

Mit einer Festveranstaltung im Technikmuseum „Hugo Junkers" würdigten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur den 100. Gründungstag der Deutschen Lufthansa – und erinnerten an die herausragende Rolle Dessaus in der Geschichte des zivilen Luftverkehrs.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Deutschen Luft Hansa AG am 6. Januar 1926 lud der Wirtschafts- und Industrieclub Anhalt e.V. gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau und dem Technikmuseum „Hugo Junkers" zu einer Festveranstaltung nach Dessau-Roßlau ein. Die Veranstaltung trug den Titel „100 Jahre Lufthansa – Dessau, die Wiege der zivilen Luftfahrt" und stellte die historische Verbindung zwischen der Gründung der Lufthansa und dem Wirken Hugo Junkers' in den Mittelpunkt. Begrüßt wurden die Gäste von Stefanie Schmidt-Pforte, Geschäftsstellenleiterin Dessau der IHK Halle-Dessau und unserem WIC-Präsidenten Mirko Kirschner.

Grußworte sprachen der Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, Dr. Robert Reck, sowie die Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Lydia Hüskens. Die Ministerin würdigte den tief verwurzelten Unternehmergeist der Region und appellierte, diesen noch aktiver wieder aufleben zu lassen. Zugleich forderte sie eine Senkung staatlicher Abgaben auf den Luftverkehr, um die Erreichbarkeit des Fliegens für breite Bevölkerungsschichten dauerhaft zu sichern. Die Lufthansa Group war durch Thrasivoulos Malliaras, Koordinator Landespolitik, vertreten. Das Schlusswort sprach Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau.

Besondere Ehrengäste des Abends waren Mitglieder der Familie Junkers: Prof. Dr. Dieter Junkers und Beate Junkers folgten der Einladung nach Dessau. Darüber hinaus begrüßt wurden der Präsident der Kurt Weill Gesellschaft, Thomas Markworth, sowie Dr. Barbara Steiner, Vorständin und Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau – ein Hinweis darauf, dass Dessau 2026 gleich ein doppeltes Weltjubiläum begeht: 100 Jahre Lufthansa und 100 Jahre Bauhaus in Dessau.

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Erinnerung an die Gründungsgeschichte der Deutschen Luft Hansa AG, die am 6. Januar 1926 aus der Fusion der Dessauer Hugo Junkers Luftverkehrs AG und der Deutschen Aero Lloyd AG hervorging. Hugo Junkers hatte mit der Entwicklung der Junkers F 13 – dem weltweit ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeug mit freitragendem Flügel – Maßstäbe für Sicherheit, Reichweite und Wirtschaftlichkeit im Lufttransport gesetzt. Unter seiner Leitung entstanden in Dessau die technischen und unternehmerischen Grundlagen, die den zivilen Luftverkehr weltweit prägten. Fachvorträge von Uwe Sauter und Dr. Ulrich Unger vertieften dieses Kapitel der Industrie- und Luftfahrtgeschichte.

Ein besonderes Exponat des Abends war das im Technikmuseum ausgestellte Replika der Junkers F 13, das Mitglieder des Museums in fast fünfjähriger ehrenamtlicher Arbeit mit rund 11.000 Arbeitsstunden gefertigt hatten – ein einzigartiges Zeugnis des Engagements für das industriegeschichtliche Erbe der Region.

100 Jahre Lufthansa in der Wiege der zivilen Luftfahrt hier in Dessau zu feiern, das packt jeden Lufthanseaten am Stolz. Da geht es an die kilometertiefen Wurzeln dieses Unternehmens." Thrasivoulos Malliaras, Koordinator Landespolitik, Lufthansa Group

Die Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Aufruf der Gastgeber, das industriegeschichtliche Erbe Dessaus stärker in das überregionale Bewusstsein zu rücken. Denn obwohl Flugzeugikonen wie die F 13 und die Ju 52 auch im Deutschen Museum in München zu finden sind, bleiben Informationen über Hugo Junkers und sein Wirken überregional zu wenig bekannt. „Dies zu ändern ist unser aller Aufgabe", so die Veranstalter.

Der Abend stand unter dem Leitgedanken, dass Innovation kein Zufall ist, sondern das Ergebnis von Neugier, Gestaltungswillen und Verantwortung – und dass die Region Anhalt-Dessau-Wittenberg diesen Geist bis heute lebendig hält.